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Auf dem Rummel geht es rund
Johanna hatte noch einem Monat Zeit, bevor hier in Amerika das neue Schuljahr begann. So hatte sie viele Gelegenheiten, sich die Stadt und die Gegend um New York anzusehen.
An einem Wochenende waren sie sogar in einen Nationalpark gefahren. Das ist so etwas wie ein Tierpark, wenn man davon absieht, dass ein Nationalpark größer seien kann als bei uns ein Bundesland. Sie mussten stundenlang fahren, um dorthin zu kommen, aber die Wälder und Seen waren wunderschön. Johanna genoss die Weite um sich herum und fühlte sich, als gehöre ihr die ganze Welt. Schon allein dafür hatte es sich gelohnt, eine so weite Reise zu machen.
Johanna hatte die Augen geschlossen, um den Gedanken an dieses schöne Wochenende besser folgen zu können. Jetzt öffnete sie sie wieder und blickte auf riesige Felder, auf denen Mais angebaut wurde. Weit und breit war kein Haus, kein Dorf zu sehen. Sie waren auf dem Weg zu einem großen Fest. Es würde Karussells und Schießbuden geben und einen Ballonflug Wettbewerb. Das war der eigentliche Grund ihrer Fahrt. Papa hatte ihr versprochen, dass sie einen Ballonflug machen würden. Aber bevor es so weit war, gingen sie erst einmal über den Rummelplatz. Zuerst besuchten sie „Die Welt der Attraktionen“, ein Zelt mit den ungewöhnlichsten Künstlern der ganzen Welt, so versprach es jedenfalls das Plakat, das vor dem Eingang stand. Drinnen führte ein Schlangenmensch seine Fähigkeiten vor und zwängte sich in eine winzige Glaskiste. Dann folgte Herculissimo, der stärkste Mann der Welt. Er wurde aber eher zum lustigsten Mann der Welt, weil Dagobert in sein riesiges Eisengewicht hinein und ein großes Stück davon abbiss. Dagobert hatte nämlich gemerkt, dass das Ding nicht aus Eisen sondern aus Pappe war. Alle Leute lachten, aber der starke Mann wurde ziemlich böse, und so verließen die Meiers und Dagobert das Zelt auf dem schnellsten Wege.
An der Schießbude konnten sie auch nicht sehr lange bleiben. Johanna war einfach ein zu guter Schütze. Sie konnte auf eine Rose zielen und dabei zwei Meter weiter rechts die Sektflasche treffen. Der Mann, dem die Bude gehörte, traute seinen Augen nicht. Er gab Johanna zweimal ein neues Gewehr, weil er glaubte, sie habe die anderen verhext. Als sich immer noch nicht änderte, schloss er seine Schießbude kurzerhand ab und schickte Johanna fort. Diese Sache war ihm einfach zu unheimlich. Woher sollte er auch wissen, dass Dagobert dafür gesorgt hatte, dass Johanna immer traf?
An der Softeis-Bude bekam die Stimmung dann einen kleinen Dämpfer. Weil Dagobert das Eis für Sahne hielt, stürzte er sich mit vollem Schwung in die nächste Eisportion, was natürlich Spuren auf Papas schönem weißen Hemd hinterließ. Der Eisverkäufer starrte Papa an und schüttelte den Kopf Er dachte wohl, diese Touristen seien zu dumm, um Eis zu essen. Dagobert wurde bei dieser Aktion ein wenig tiefgefroren und es dauerte eine Viertelstunde, bis er wieder ansprechbar war.
Mittlerweile waren sie bei den großen Heißluftballons angelangt. Die Gasbrenner zischen und hielten die Ballons prall gefüllt. In zehn Minuten sollte es los gehen. John, der Mann, mit dem sie fliegen würden, erlaubte Johanna, schon einmal hinein zu steigen. Dagobert saß derweil noch etwas benommen auf der Erde und starrte die Käfer an, die dort herum krabbelten. John erklärte ihr die Instrumente und schwärmte von seinem Ballon.
„Das ist das neueste, was es gibt auf dieser Welt“, sagte er stolz und fuhr fort: „alles geht automatisch. Ich habe schon vorprogrammiert, wann sich der Brenner einschalten muss. Sobald die Leine sich löst, schaltet sich die Automatik ein“. Er trat eine Schritt zurück, um Johanna den Blick auf das Seil freizugeben, doch dabei trat er Dagobert auf den Schwanz. Dieser spie Feuer und Rauch, so heftig, dass das Halteseil im Nu durchgebrannt war. John schrie, Johanna schrie, der Brenner sprang an und der Ballon hob ab. Jetzt schrieen auch Papa und Mama, wahrscheinlich fanden sie es ungerecht, dass Johanna ohne sie flog, schließlich hatten sie doch auch für den Flug bezahlt.
Mutig, wie Dagobert war, hielt er den Ballon an dem restlichen Stück Leine fest. „Ich helfe dir!“ rief er Johanna zu, während der Boden unter ihnen immer kleiner wurde.
Johanna standen die Tränen in den Augen, als sie Dagobert an der Leine nach oben zog. Was würde das jetzt wieder werden? Gerade hatte sie ihre Eltern glücklich wieder gefunden und schon war sie wieder alleine.
„Keine Angst“, tröstete sie Dagobert, „ich weiß, wie man mit Ballons umgeht“. Bevor Johanna ihn zurückhalten konnte, drückte er auf die verschiedenen Knöpfe der Flugautomatik. Augenblicklich sprang der Brenner wieder an und der Ballon gewann an Höhe.
„Keine Angst“, sagte am Boden John zu Johannas Eltern. „Dank meiner supermodernen Flugautomatik wird der Ballon genau an der vorausberechneten Stelle landen. Kommen sie, wir nehmen das Auto. In einer Stunde haben sie ihre Tochter wieder“.
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